Herzlich Willkommen auf der Homepage der ev. Kirchengemeinde Bittenfeld

 
 
 

April 1521 - Luther auf dem Reichstag in Worms

17. April 1521

Am Vormittag des 17. April 1521 erhielt Martin Luther von Erbmarschall Ulrich von Pappenheim die Vorladung auf 16 Uhr nachmittags in den Bischofshof, wo der Kaiser logierte.

Pappenheim und Reichsherold Sturm geleiteten ihn durch den Garten des Johanniterhofes und einige Gassen zu einem Hintereingang des Bischofshofes. Der direkte Weg durch die Krämergasse war durch Schaulustige gefüllt. Dieser Weg stellte ein Sicherheitsproblem dar.

Der Kaiser befand sich bereits im Saal. Martin Luther hatte vom Hofprotokoll wenig Ahnung und wurde deshalb erst einmal von Erbmarschall Ulrich von Pappenheim zurechtgewiesen, weil er unaufgefordert Konrad Peutinger ansprach, den er von einem früheren Aufenthalt in Augsburg kannte. Luthers Schriften waren im Saal auf einer Bank ausgelegt.

Darunter waren die Schriften Von der Freiheit eines Christenmenschen, An den christlichen Adel deutscher Nation von des christlichen Standes Besserung und Von der babylonischen Gefangenschaft der Kirche. Anwesend war auch der Wittenberger Jurist Hieronymus Schurff, der in Worms für Friedrich III. arbeitete und hier als Anwalt für Martin Luther auftrat.

Der Kaiser sprach nicht selbst mit Luther, sondern durch einen "Orator", Johann von Eck, Offizial des Erzbischofs von Trier. Der Kaiser konnte dem Geschehen - soweit es in deutscher Sprache ablief - nur mit Hilfe von Dolmetschern folgen.

Die Erwartung Martin Luthers war gewesen, dass es eine Disputation geben werde, eine damals im akademischen Bereich übliche Form der Auseinandersetzung. Seitens des Kaisers war aber lediglich vorgesehen, dass Martin Luther - ohne den Austausch irgendwelcher Argumente - seine Thesen zurücknehmen sollte. Davon erfuhr Martin Luther erst unmittelbar vor Ort.

Johann von Eck stellte Martin Luther die Fragen: Ob er die ausgelegten Bücher als seine Schriften anerkenne, ob er sich dazu bekenne oder was er daraus gegebenenfalls widerrufen wolle?

Hieronymus Schurff bestand zunächst darauf, dass die Schriften für das Protokoll einzeln aufgelistet wurden. Luther erkannte die Bücher als seine an. Er sagte, die Sache betreffe den Glauben, das Seelenheil und Gottes Wort. Es wäre deshalb gefährlich, sich unbedacht zu äußern und er erbat Bedenkzeit, um ohne das göttliche Wort zu verletzen oder sein Seelenheil in Gefahr zu bringen, antworten zu können.

In Martin Luthers eigener Darstellung liest sich das so:"So ist nichts mehr hie gehandelt denn so viel: Sind die Bücher dein? Ja. Willtu sie widerrufen oder nicht? Nein. So heb dich!"

Nach einer Beratung von Kaiser und Fürsten eröffnete ihm Johann von Eck nach einer eindringlichen Rede, seine Irrtümer zu widerrufen, daraufhin, dass Karl V. ihm eine eintägige Bedenkfrist gewähre.

Der Herold brachte Luther in sein Quartier zurück, wo ihn wieder zahlreich Adelige besuchten.

Quelle: Wikipedia-Artikel

 

Luther vor Karl V. auf dem Reichstag zu Worms 1521. Wandgemälde (um 1880) von Hermann Wislicenus (1825-1899) in der Kaiserpfalz Goslar.

Quelle: Wikipedia Commons (gemeinfrei)

commons.wikimedia.org/wiki/File:Luther_(Wislicenus).jpg

Hinweis: Eine Verfilmung dieses historischen Ereignisses ist noch einige Tage in der ZDF-Mediathek  hier verfügbar.

 

18. April 1521

So kam es am 18. April 1521 zu einem zweiten Termin vor dem Kaiser.

Wieder geleitete der Reichsherold Luther zum Bischofshof. Da sich vorangehende Verhandlungen in anderen Angelegenheiten verzögert hatten, musste er zwei Stunden in großem Gedränge warten.

Obwohl diesmal ein größerer Saal gewählt worden war, fanden nicht alle, die Einlass begehrten, Zutritt.

Wegen der schon späteren Stunde war der Saal mit Fackeln beleuchtet. Es war heiß und Luther schwitzte sehr.

Johann von Eck wiederholte die Fragen vom Vortag. Luther antwortete mit einer längeren Ausführung.

Er forderte durch Beweise aus der Heiligen Schrift widerlegt zu werden. Es folgte eine längere Antwort durch Johann von Eck mit der abschließenden Frage, ob Luther nun widerrufe oder nicht?

Darauf folgte Luthers berühmte Sentenz (die im Original in Lateinisch gesprochen wurde):"... wenn ich nicht durch Zeugnisse der Schrift und klare Vernunftgründe überzeugt werde, denn weder dem Papst noch den Konzilien allein glaube ich, da es feststeht, daß sie öfter geirrt und sich selbst widersprochen haben, so bin ich durch die Stellen der heiligen Schrift, die ich angeführt habe, überwunden in meinem Gewissen und gefangen in dem Worte Gottes. Daher kann und will ich nichts widerrufen, weil wider das Gewissen etwas zu tun weder sicher noch heilsam ist. Gott helfe mir, Amen!"

Diese Berufung auf die Bibel und das individuelle Gewissen sind der zentrale Moment des Auftritts von Martin Luther vor dem Reichstag und ein Schlüsselereignis der Reformation.

Der Kaiser beschuldigte Luther eines Irrtums:"... Denn es ist sicher, dass ein einzelner Mönch in seiner Meinung irrt, wenn diese gegen die der ganzen Christenheit, wie sie seit mehr als tausend Jahren gelehrt wird, steht. Deshalb bin ich fest entschlossen, an diese Sache meine Reiche und Herrschaften, mein Leib, mein Blut und meine Seele zu setzen."

Der Kaiser setzte so Tradition und rein quantitative Argumente gegen Martin Luthers inhaltlich-qualitatives Argumentieren ein - und scheiterte damit letztendlich.

Quelle:Wikipedia-Artikel

 

 

 

So kannst Du widerrufen ...

Als ich heute morgen auf die Statusseite meines iPhones sah, fiel mir eine Box mit dem Inhalt „So kannst Du widerrufen“ auf.

 

Sicher wollte mich mein iPhone darauf aufmerksam machen, wie ich einen Vertragsabschluss widerrufen kann, aber meine Gedanken schweiften 500 Jahre zurück.

 

Denn am Karfreitag vor genau 500 Jahren brach der Mönch Martin Luther von seinem Wohnort zum Reichstag nach Worms auf, zu dem ihn der erst 21-jährige Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, Kaiser Karl V., aufgefordert hatte zu kommen. Denn Luther hatte 1517, also vier Jahre zuvor, mit seinen 95 Thesen einen Reform-Prozess der Kirche angemahnt, den der Kaiser von Luther selbst wieder zurückgenommen sehen wollte, nachdem sich Luthers Thesen immer mehr im Reichsgebiet verbreiteten und für Unruhe sorgten.

 

Lesen Sie den vollständigen Artikel hier ...

Weitere Informationen zu Luther und dem Reichstag in Worms folgen noch an dieser Stelle ...

 

Luthers Weg nach Worms

Am 6. März 1521 sprach Kaiser Karl V. die Vorladung auf den Reichstag in Worms an Martin Luther aus und ließ ihm einige Tage später über Kurfürst Friedrich das freie kaiserliche Geleit nach Worms zusichern.

Luther sollte spätestens 3 Wochen nach Erhalt der Vorladung in Worms erscheinen. Parallel veröffentlichte Karl V. nun ohne die Stände – zwei entsprechende Versuche waren zuvor gescheitert – ein „Sequestrationsmandat“ am 26. oder 27. März 1521. 

Damit war Martin Luther schon im Voraus verurteilt. Seine Schriften sollten eingezogen und vernichtet werden. Davon wusste Martin Luther zunächst nichts.

Quelle: Wikipedia-Artikel zu Luther-Aufbruch nach Worms 1521

Am 2. April 1521, vor genau 500 Jahren, machten Martin Luther und seine Begleiter sich von Wittenberg aus auf den Weg. Dies waren neben dem Reichsherold Kaspar Sturm und seinen Männern, die dafür sorgen mussten, dass die kaiserliche Zusage freien Geleits eingehalten wurde: 

Luthers Ordensbruder Johann Petzensteiner, sein Kollege Nikolaus von Amsdorf, Petrus Suade, ein pommerscher Adliger und Student in Wittenberg, und eventuell der aus Konstanz stammende Student Thomas Blarer. In Erfurt kam noch der Jurist Justus Jonas dazu. 

Die Stadt Wittenberg stellte einen mit einem Schutzdach versehenen Wagen des Goldschmieds Christian Döring zur Verfügung, die Universität 20 Gulden Zehrgeld.

Nach 220 km Wegstrecke erreicht die Gruppe am 8. April 1521 die Stadt Eisenach.

Nach weiteren 170 km, die auf einer Handelsstraße über Bad Hersfeld, Alsfeld, Grünberg und Friedberg zurücklegt wurde, gelangte die Reisegruppe am 14. April 1521 in der Stadt Frankfurt am Main an.

Zwei Tage und weitere 70 km Wegstrecke später, am 16. April 1521, gelangte man in Worms an.

 

Termine / Übersicht

  • 23.04.21 | Hospizarbeit und Sterbebegleitung

    Das Sterben als Teil des Lebens zu begreifen und zu gestalten – dazu haben Landesbischof Dr. h. c. Frank Otfried July und Bischof Dr. Gebhard Fürst bei einem Pressegespräch zur Arbeit des Kinder- und Jugendhospizes in Stuttgart im Rahmen der Woche für das Leben aufgerufen.

    Mehr

  • 22.04.21 | Zweite Stuttgarter Deportation

    Am 26. April 1942 wurden von Stuttgart aus über 400 Juden ins Transitghetto Izbica verschleppt. Zum Gedenken findet am 25. April von 18:00 bis 19.30 Uhr eine Gedenkstunde statt. Landesbischof Dr. h. c. Frank Otfried July hält ein Grußwort zur Eröffnung. Die Veranstaltung wird live übertragen.

    Mehr

  • 19.04.21 | Prälat i. R. Ulrich Mack wird 70 Jahre alt

    Der Stuttgarter Prälat im Ruhestand Ulrich Mack wird am 20. April 70 Jahre alt. Landesbischof Frank Otfried July würdigt ihn als „Prediger des Evangeliums mit Herz und Verstand“, der die biblische Botschaft gegenwärtig und ihre Relevanz für die heutige Zeit deutlich machen wollte.

    Mehr